Langeweile bei Pferden im Stall

Hier erfährst du, wie du dein Pferd richtig beschäftigen kannst.

Ihre Umgebung zu erkunden, ist für Pferde das Größte. Sind sie länger im Stall ist es nur selbstverständlich, dass sie gelangweilt sind – und dies kann schnell zu einem Problem werden. Die Bewegung an der frischen Luft ist das Beste für Pferde. Jedoch sind nicht immer die Voraussetzungen für einen mehrstündigen Koppelgang gegeben. Das Reiten, das Longieren, die Bodenarbeit und andere Beschäftigungen mit dem Pferd, lenken es von der Langeweile ab. Meist führt Langeweile zu Unarten, deshalb ist es besser, frühzeitig dagegen zu steuern. Pferde neigen dazu sich Stereotypien anzueignen, d. h. gelangweilte Pferde versuchen einen Weg zu finden sich zu beschäftigen – Decken zerreißen oder Anknabbern von Gegenständen sind gute Beispiele! Spätestens jetzt sollte etwas gegen die Langeweile getan werden. Verschiedene Studien haben auch gezeigt, dass die meisten Pferde im ersten Monat nach dem Absetzen von der Mutter Verhaltensanomalien aufzeigen, wenn sich ihr soziales Umfeld und die Fütterung grundlegend ändert. Ältere Pferde werden wahrscheinlich die Stereotypien nicht mehr ablegen. 

Stallspielzeuge beschäftigen Ihr Pferd sehr gut. Verwenden Sie Lecksteine oder Spielzeuge, wie z. B. Bälle mit Pferdeleckerli als Füllung, um der Langeweile vorzubeugen. Dies ist eine gute Möglichkeit um das Pferd aktiv zu beschäftigen. Spielbälle sind sehr gut dafür geeignet. Pferde schubsen diese gerne mit der Nase an, heben den Ball mit den Zähnen auf und legen ihn an einer anderen Stelle ab.

Langeweile und Stereotypien können bis zu einem gewissen Grad auch durch die Beschäftigung der Futteraufnahme ausgeglichen werden. Füttern Sie das Heu aus engmaschigen Netzen, so ist das Pferd relativ lange beschäftigt. Oder hängen Sie ihm einen Knabberball einfach freihängend in die Box. Auch Zweige zum Beknabbern bringen Abwechslung. Der Handel bietet mittlerweile auch Spielbälle mit Duft an, z. B. Apfelduft, das bringt noch mehr Spaß.

 

Verschiedene Verhaltensformen von Pferden

Unter „Werben“ versteht man, wenn das Pferd von einem auf das andere Vorderbein seitlich hin und her schwankt und den Kopf hin und her bewegt. Mit „Boxenlaufen“ ist gemeint, wenn es konstant in der Box im Kreis läuft.  Dies kann Bänder- und Gelenkschäden führen. Von „Knabbern“ spricht man, wenn das Pferd alles aus Holz (Stalltür oder die Boxenwände) anknabbert.  Dies führt zu einem abnormalen Verschleiß der Schneidezähne, was massive Zahlprobleme mit sich bringt. „Koppen“ bezeichnet das Öffnen des Schlundes durch Anspannen der unteren Halsmuskulatur, woraufhin Luft in die Speiseröhre einströmt. Dabei entsteht meist ein deutlich hörbares Geräusch, ähnlich einem Rülpser beim Menschen. Dadurch schüttet das Pferd Endorphine aus und macht es regelrecht “süchtig”. Wenn Ihr Pferd Angstzustände hat, können Ergänzungsfuttermittel mit beruhigender Wirkung helfen. Bei einem koppenden Pferd sollte man aber eher verdauungsfördernde Mittel bevorzugen. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, was das Beste für Ihr Pferd ist.